Film Neu im Kino

Schatten und andere Jäger: "Chroniken der Unterwelt"

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Die erste Irritation erfolgt durch Zeichnungen, die das Unterbewusste auf Notizblöcke und Heftmappen zaubert. Die rautenförmige Struktur findet sich alsbald überall im Zimmer der jungen New Yorkerin Clary (Lily Collins), und weil sie selbst die Urheberin der mysteriösen Botschaften ist, stehen die Zeichen natürlich auf Besessenheit oder Wahnsinn. Dass sie kurz darauf auch noch Menschen und Morde sieht, die für andere unsichtbar bleiben, ist aber keinem sechsten Sinn zu verdanken, sondern einer alten Tradition: Clary gehört einer seit vielen Generationen bestehenden Gruppe von "Schattenjägern" an, die sich dem Kampf gegen das Böse - Dämonen, Vampire und übliche Verdächtige -verschrieben haben. Dass Clary sich dem kleinen Jagdverein anschließt und damit eine Urban Fantasy in Gang setzt, ist nicht nur dem gewaltsamen Verschwinden ihrer Eltern geschuldet, sondern auch dem Ende ihrer heilen Jugendjahre.

Basierend auf dem ersten Teil der mehrbändigen Bestsellerreihe von Cassandra Clare liefern die "Chroniken der Unterwelt - City of Bones" wenig Neues, aber auch keine bösen Überraschungen. Im Grunde erfüllt das, was die ehemalige Fan-Autorin von "Harry Potter" und "Herr der Ringe" in Buchform zusammengebaut hat, auch auf der Leinwand seinen Zweck, weil Regisseur Harald Zwart einen systematisch ergebnisorientierten Blockbuster angefertig hat. Auch hier gibt es nichts zu verschenken - keine Laufzeit für Freiheiten der Charaktere und natürlich kein Budget für mehr computerunterstützte Extravaganz als notwendig. Doch seine Effizienz gereicht dem Film überraschend zum Vorteil: Das Aussehen der Dämonen wird zunehmend ansehnlicher, die Kleidung der Hauptdarstellerin besser, und Berufsbösewicht Jonathan Rhys Meyers bekommt keinen zusätzlichen Spielraum. Fünf weitere Teile stehen an.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn und Village)


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