Friede, Freude, Partykuchen

Der Sommer ist fast zu Ende, und Wien steht nicht still: ein Guide durchs Party-Wochenende

Lexikon | Julia Seidl | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Das letzte Ferienwochenende für Wiener Schülerinnen und Schüler steht vor der Tür, da wird ordentlich gefeiert. Von Freitag, 30. August, bis Sonntag, 1. September, gibt Wien partytechnisch noch einmal so richtig Gas.

Freitag/Samstag/Sonntag: Das ganze Wochenende lang läuft der Vienna Summer Break, der sich aus mehreren Veranstaltungen zusammensetzt. Los geht's am Freitagabend mit dem "Nightride", der zum vierten Mal stattfindet. Dieses Jahr machen über 50 Lokale mit insgesamt 400 DJs mit. Das bedeutet: gratis U-Bahn fahren und freier Eintritt in alle möglichen Lokale, unter anderem in die Pratersauna und in den Volksgarten. Um sich eines der über 50.000 Eintrittstickets zu sichern, muss man einfach nur unter www.summerbreakvienna.at ein Formular ausfüllen, und schon kann's losgehen!

"Friede, Freude, Toleranz und ein weltoffenes Wien" - unter diesem Motto findet am 31. August die Street Parade mit anschließendem Festival statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr im Stadtpark. Von dort zieht die kunterbunt gemischte Parade den Ring entlang, vorbei an der Staatsoper bis zum Rathausplatz. Die Partykette besteht aus 15 mit DJs, Alkohol, Musik und hoffentlich guter Laune beladenen Trucks, die nacheinander die abgesperrte Straße passieren. Am Abend startet vor dem Rathaus das große Line-up: Den Anfang macht der Drummer und DJ Rudy MC, der auf seiner Tour zwischen Italien und Kroatien auch kurz in Wien vorbeischaut, gefolgt vom österreichischen Newcomer Steve Hope, der regelmäßig im Electro-Club Sass auftritt, und drei weiteren DJs. Für die Afterpartys öffnen ab 23 Uhr der eben genannte Sass-Club sowie das in einem historischen Keller angelegte Elysium in der Schönlaterngasse und die Säulenhalle am Burgring ihre Tore. Und damit ist das Feiern nicht zu Ende. Im Gegenteil - es geht weiter: Wer sich nach der langen Tanznacht noch auf den Beinen hält, kann sich am Sonntag ab 13 Uhr in die Pratersauna schleppen und am Pool chillen. Open End!

Samstag: Parallel zum Vienna Summer Break feiern auch die Gürtellokale zwischen Lerchenfelder Straße und Alser Straße. Wer also am Samstag sich schon in der Innenstadt am Streetfestival warmgetanzt hat, könnte hinauf zu den Stadtbahnbögen fahren und beim Gürtel Nightwalk vorbeischauen. Ursprünglich gegründet, um die vielen kleinen Lokale einer größeren Menge Menschen bekannt zu machen, ist der Walk mittlerweile ein von der EU unter dem Titel "Urban Gürtel plus" gesponsertes Projekt, das seit 1998 stattfindet. Veranstaltungsorte sind unter anderem das leicht heruntergekommene, aber doch noch immer charmante Chelsea, das alternativ orientierte B72 und The Loft, das sich auf keinen eindeutigen Musikgeschmack festlegen möchte. Das genaue Programm in den verschiedenen Locations ist online abrufbar (www.guertelnightwalk.at). Den Beginn machen jedenfalls die Donauwellenreiter und die Mäuse auf dem Dach der Hauptbücherei. Nach den Open-Air-Konzerten vor den Lokalen geht die Party indoor weiter bis zum Morgen.

Samstag/Sonntag: Wettermäßig hoffen die Besucher des Volksstimmefests wahrscheinlich auf einen besseren Einstieg als letztes Jahr. Da waren gleich am ersten Tag Kälte und Regen angesagt. Angeblich soll es dieses Wochenende ja 22 Grad bekommen, zwar mit Wolken am Himmel, aber ohne Regen. Doch selbst wenn: Die Besucher des Open-Air-Festivals lassen sich wohl kaum vom Wetter die Laune verderben. Die Veranstaltung der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) findet heuer nämlich unbeirrt zum 67. Mal statt. Motto: "Linke. Feiern. Opposition." Traditioneller Austragungsort ist die Jesuitenwiese im Prater, die nach der Auflösung des gleichnamigen Ordens 1773 in die Hände des Staates fiel und seither immer wieder für Volksfeste genutzt wurde. Zum Thema "Ausverkauf" werden Autoren wie der Herausgeber der Literaturzeitschrift Perspektive Helmut Schranz, die Psychologin Eva Jancak und der Behindertenaktivist Erwin Riess lesen. Auch das Sportprogramm auf dem "größten Spielplatz Wiens" kann was. Neben einem Judovergleichskampf und einem Beachvolleyballmatch wird auch Denksport betrieben. Schachmeister Rene Wukits stellt sich einem Simultanturnier, bei dem jedermann gegen ihn antreten kann. Für musikalische Einlagen sorgen unter anderem die Wiener Band Beim Novak mit ihrem selbsterfundenen Musikstil "Beislrock", das burgenländische Rhythm-'n'-Blues-Quintett Bo Candy & His Broken Hearts und First Fatal Kiss, die sich auf Queer-Kitsch-Punk spezialisiert haben. Doch das ist längst nicht alles, auf den zahlreichen Bühnen treten quasi ununterbrochen die verschiedensten Künstler auf.

Fazit: Wer an diesem Wochenende zu Hause bleibt, muss eine bessere Ausrede haben als "das Wetter".


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