Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Nach einem knappen Vierteljahrhundert in der Redaktion glaubt man, ein ganz gutes Gespür dafür zu haben, was einen bei der Rückkehr aus dem Urlaub erwartet: Kolleginnen und Kollegen, die einen überzeugend freundlich begrüßen und sich mehr oder weniger überzeugend nach Urlaubsdestinationen und -anekdoten erkundigen, um dann mehr oder weniger ansatzlos zur Tagesordnung überzugehen. Ein Schwätzchen mit Barbara "Baronesse“ Blaha wird von Ingrid Brodnig mit mehr oder weniger semizarter Zurückhaltung (à la "Wenn das SWAT-Team zweimal anklopft“) unterbrochen: "Klaus, magst du nicht einen, Standpunkt‘ schreiben? Egal welches Thema.“

Klaus mag nicht. Klaus ist nämlich verstört. Während seiner Absenz wurde allem Anschein nach das Politikressort halbiert und das Feuilleton aufgelöst. Außerdem leidet Klaus trotz aller Erfahrung an dem, was in der internationalen Psychiatrie unter dem Akronym DRENS bekannt geworden ist: depressive recreation effect neutralization syndrome. Das DRENS ist hauptverantwortlich dafür, dass Literaturredakteure in den ersten Tagen nach ihrem Urlaub mehr DADs (definitely alcoholic drinks) konsumieren als während der mehr oder weniger bewusstlos verbrachten Wochen in den Ballermanncamps auf den Balearen. Der Grund für die IAUCODAD (irresponsible and unhealthy consumption of definitely alcoholic drinks) ist leicht auszubuchstabieren: I can’t get to my computer because the whole f***in’ room is full of fr***in’ reviewer’s copies! (ICGTMCBTWFRIFOFRC)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige