Der neoliberale Rufmord an der Gleichheit

Politik | Rezension: Rudolf Walther | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Ein Historiker zeigt in einem brillanten Werk, dass sich die Visionen der Gründungsväter unserer Demokratie erst zur Hälfte erfüllt haben

Der Begriff "Gleichheit“ hat keine gute Presse. Meistens wird er denunziert als hinterwäldlerische oder steinzeitkommunistische Gleichmacherei. Der französische Historiker Pierre Rosanvallon zeigt in seinem bedeutenden Werk, dass dies nicht nur eine historische Legende ist, sondern obendrein eine politisch inspirierte Dummheit.

Entgegen der Legende von der sozialistisch-kommunistischen Herkunft des Gleichheitsbegriffs demonstriert Rosanvallon, dass sowohl die Französische Revolution von 1789 wie auch ihre amerikanische Vorgängerin von 1776 von Bürgern gedacht und getragen wurde, denen ein gemeinsames Ziel vorschwebte - die "Gesellschaft der Gleichen“.

Für beide Revolutionen waren Freiheit und Gleichheit nicht nur untrennbar, sondern gleichursprünglich. Der französische Abgeordnete Pierre-Louis Roederer sah in der "Unduldsamkeit gegenüber


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