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Warum dürfen diese Leute nicht wählen, Herr Pollak?

Verführungskolumne

Medien | Julia Seidl | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Ivana ist 31 Jahre alt und wohnt seit 13 Jahren in Wien. Am 29. September 2013 darf sie nicht zu den Nationalratswahlen gehen, denn mit einem serbischen Pass ist sie nicht wahlberechtigt. "Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass zwölf Prozent der Bewohner in Österreich von den Wahlen ausgeschlossen sind“, sagt Alexander Pollak von SOS Mitmensch, in Wien sogar jeder Fünfte.

Die Menschenrechtsorganisation verlangt, dass das Wahlrecht nicht mehr an die Staatsbürgerschaft gekoppelt wird, weil dadurch viele politisch Interessierte ausgeschlossen würden.

Derzeit muss man zum Wahltag mindestens 16 und österreichischer Staatsbürger sein. "Dafür habe ich kein Verständnis“, sagt Pollak. Sein größtes Vorbild sei Neuseeland, wo man bereits nach einem Jahr Aufenthalt bei sämtlichen Wahlen mitstimmen kann.

Für die Sujets der Plakatkampagne haben sich einige Betroffene freiwillig gemeldet, andere hatten schon vorher Kontakt zu SOS Mitmensch. Entwickelt wurde die Idee in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Daniel Dutkowksi, der die Bilder gemacht und das Layout gestaltet hat.

Die Kampagne läuft noch bis zu den Nationalratswahlen und hat ihren Höhepunkt in der symbolischen "Wahl der Nichtstaatsbürgerinnen“ am 24. September vor dem Innenministerium, wo alle ihre Stimme abgeben dürfen, die vom Gesetz her nicht dazu berechtigt sind.

24. September, 15 bis 20 Uhr, vor dem Innenministerium (1., Minoritenplatz 9)


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