Wiener Blut mit Zuckerguss

Feuilleton | Reportage: Julia Seidl | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Ein Stationentheater im dritten Bezirk führt zu historischen Tatorten und ins Wien der Biedermeierzeit

Die 1,50 Meter große Puppe ist tot: Sie hat graue Haare, trägt einen Blümchenrock um die dünnen Schenkel, und aus dem bleichen Stoffgesicht hängt eine geschwollene Zunge heraus. Um ihren Hals ist ein Strick gebunden. Sieht nach Selbstmord aus, aber davon lässt sich der Kommissär Hauptmann nicht täuschen. Zusammen mit der von ihm angebeteten Theaterschauspielerin Fanny Novak macht er sich auf, den Mörder der alten Hetzmeisterin zu finden. Das Publikum nimmt er mit.

"Von Großkopfade und Sacklpicka“ heißt ein von Susita Fink inszeniertes Stationentheater (bis 21.9.), das die Besucher zu verschiedenen Schauplätzen im dritten Bezirk führt. Es spielt in den 1820er-Jahren, in der Zeit nach dem Wiener Kongress, als Kaiser Franz I. regierte und Metternich mit seinem Spitzelstaat die Menschen kontrollierte. Die Bevölkerung ist geteilt in die Reichen und Schönen der Gesellschaft,


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