Er paniert die Schnitzel und verdaut die Filme

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Martina Kudláceks furiose Dokumentation über den Filmer Peter Kubelka ist rund viermal so lang wie dessen Gesamtwerk

Du sollst kein Stativ verwenden, kein zusätzliches Licht, keine Untertitel, darfst Film nicht auf Video oder sonst ein Medium übertragen. Dieses Dogma predigte Peter Kubelka schon lange bevor "Dogma“-Filmer Lars von Trier geboren wurde. Doch anders als dessen rigide Ästhetik vermuten ließe, ist Österreichs bedeutendster lebender Filmemacher ein wahrer Genussmensch. Und so ist es kein Zufall, dass Anfang und Ende von Martina Kudláceks vierstündigem Epos über Peter Kubelka in dessen Küche spielen.

"Fragments of Kubelka“ ist, obgleich digital gedreht, ein Dokument der Leibhaftigkeit, des Körperlichen, strikt Analogen. Filmen und Kochen - beides hat für Kubelka mindestens so viel mit Körperintelligenz wie mit Kunst zu tun: "The filmmaker cooks the film. He digests the film.“

Insgesamt acht Filme hat der Avantgardist seit 1955 gekocht, verdaut, ausgeschieden.


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