Leben bis ans Ende des Schreibens

Feuilleton | Nachruf: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Mit seinen Romanen "Tschick“ und "Sand“ hat Wolfgang Herrndorf der deutschen Literaur zwei Meisterwerke hinterlassen

Die Nachricht verbreitete sich am 27. August über Twitter und Facebook. "Wolfgang Herrndorf starb nicht am Krebs“, schrieb die Autorin Kathrin Passig, eine langjährige Weggefährtin Herrndorfs. "Er hat sich gestern in den späten Abendstunden am Ufer des Hohenzollernkanals erschossen.“

Dass Herrndorf unheilbar krank war, blieb nicht lange ein Geheimnis. Sein Blog "Arbeit und Struktur“ hat nicht nur das Schreiben behandelt, es war auch ein öffentlich einsehbares Tagebuch über das Leben mit dem Krebs.

Begonnen hat er es im März 2010 mit dem Satz "Gestern haben sie mich eingeliefert“. Einer der letzten Einträge datiert vom 4. August 2013: "Ich kann nichts schreiben, nicht lesen, kein Wort.“

Das war das Ende. Lange hat Herrndorf darum gekämpft, weiterschreiben zu können. Schon als er innerhalb kürzester Zeit seinen letzten, fast 500 Seiten starken Roman "Sand“


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