Das Selbstbild fand man einst echt deppert, heut freut man sich, wenn’s nicht so scheppert


Editionskritik: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Die Beatles seien beliebter als Jesus, meinte John Lennon im Jahr 1966. Und obwohl Bob Dylan sich zu solch blasphemischen Äußerungen (v.a. in den Jahren 1978 ff.) nicht hätte hinreißen lassen, braucht auch er den direkten Vergleich mit dem Gottessohn nicht zu scheuen: Den Songtexten von His Bobness wird gewiss keine geringere interpretatorische Aufmerksamkeit zuteil als den Worten Christi, und Auferstehungen hat er bereits mehrere hinter sich.

Zum wiederholten Male in die vermeintliche Plemplemheit verabschiedet wurde Dylan 1970, als sein Doppelalbum "Self Portrait“ erschien, das Eigenenkompositionen neben Coverversionen und Traditionals stellte. "What is this shit?“, begann Greil Marcus seine Kritik für den Rolling Stone. Inzwischen längst zum CEO von Bob Dylan International Exegesis Inc. avanciert, liefert Marcus nun die Liner-Notes zur soeben erschienenen Doppel-CD "Another Self Portrait“ und ist schon von Berufs wegen verpflichtet, in der abgespeckten Version von "In Search

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