7  Sachen, die Sie über die SOFIENSÄLE eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Das ist doch diese legendäre Clubbing-Location, die 2001 abbrannte, oder?

Sich an die Sofiensäle lediglich als Clubbing-Location zu erinnern wäre etwas kurz gefasst, immerhin wurden sie bereits 1849 am Standort eines ehemaligen russischen Dampfbads als Sophienbad errichtet. Dass das Gebäude 2001 abbrannte, ist aber richtig.

Wieso heißt ein Bad dann Sofiensäle?

Weil der große Saal des Sophienbads, der Sofiensaal, im Sommer als Schwimmhalle, im Winter unter dem Namen Sofiensaal als Tanz-, Konzert- und Versammlungssaal genutzt wurde. Das Schwimmbecken wurde dazu mit Holzbrettern abgedeckt und erhielt durch den sich darunter befindlichen Hohlraum eine besondere Akustik.

War da nicht auch irgendetwas mit Nazis?

Nicht irgendetwas: Im Mai 1926 wurde die NSDAP Österreichs in den Sofiensälen gegründet. Ab 1938 wurden die Sofiensäle als Sammelstelle für die Deportation von Juden verwendet.

Und heute?

Heute werden sie renoviert, und ab Dezember sollen die ersten Wohnungen zum Beziehen fertig sein.

Wohnungen?!

Ja, künftig werden die Sofiensäle 68 Wohnungen, ein Hotel, eine Café-Bar und ein John-Harris-Fitnesscenter beheimaten.

Und Clubbings?

Clubbings wird es in Zukunft keine mehr geben.

Was wird dann aus dem Saal?

Der wird schon weiterhin für Lesungen und kulturelle Veranstaltungen bereitstellen. Aber für ruhigere. Nicht mehr Falco und Co. Die 1990er sind vorbei.


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