Phettbergs Predigtdienst

Will doch auch ein BEACH BOY sein!

Kolumnen | aus FALTER 36/13 vom 04.09.2013

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Im Träumereich erschien mir ein Barockkästchen, in dessen einer Lade ein Jüngling im perfekten Barockgewand saß, und einen Diener sah ich dessen Beine waschen. Denn ich bin schuldig, meinem Filmdiener Henning zu antworten, dass ich seine Mail erhielt! Und der Fotografie-Professor hat mir gestern am Pintplatz das Buch "Hommage an Francis Bacon“ gezeigt und mir erklärt, er sieht, wie ich mit meinem Rollator immer die Stelle aufsuche, wo die Sonne am deutlichsten hinscheint. Wie Francis Bacon immer die berühmten klassischen Gemälde nachmalte, da ist immer der Schein der Sonne zu ahnen. So wie ich der Sonne mit meinem Rollator nachrenne, hat Walter Joebstl mich jetzt das ganze Jahr verfolgt und fotografiert. DANKE, so hinterlasse ich Spuren! Ich bin also ein Nach-Nach-Nachäffer der Sonne, wie wohl alle?

Vor ein paar Tagen traf ich einen leibhaftigen & philosophischen, ca. 35-jährigen BEACH BOY, der wirklich original frisiert beach angezogen war. Als ich ihm meine Qual erzählte, verstand er sofort, dass es eine QUAL ist, einem schönen Jüngling zu begegnen! Drum ist die Musikgruppe Destroy, Munich mit dicker Brille und schiachem Bart eine Art Anti-Beach-Bewegung?? ALARM!! Dieser Jüngling hat sofort zugegeben, dass er manchmal Gusto hat, in Beach-Manier aufzutreten und manchmal antibeachig, um die Menschheit zu schonen!

Heute geh ich in die Vorabendmesse und sitz vorher in kurzen Jeans auf der Terrasse, will doch auch ein BEACH BOY sein! Special Agent Kraft hat meine Haut eingesalbt mit einem Öl, das eine Krankenschwester von der Heilanstalt Zwettl mit lieben Grüßen sandte und nun auf meiner Haut prangt! DANKE. Wenn ich mit dieser Salbe angetan in kurzen Hosen sitze und meine Haut strahlen lasse, werd ich zum BEACH BOY!! Und alle Welt bekommt Gusto auf mich. Ich wär so gern ein Stricher in meinem Leben gewesen!

Heute hab ich mich billigst ernährt, damit ich endlich einmal mit meinem Monatsgeld auskomme. "Nimm dein Kreuz auf dich, dann bist du mein Jünger“, schreibt Lukas im heutigen Evangelium. Als ich mich wieder auf meine Bank am Pintplatz schleppte, kam eine Frau und fragte mich, warum ich mich so plagte? "Sollte ich sterben leicht?“, fragte ich gegen.

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