Kommentar Justiz

Der Fall Julia Kührer und der Wert der Unschuldsvermutung

Meinung | Florian Klenk | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Es ist der Horror aller Eltern, dass ihr Kind verschwindet und nie wieder auftaucht. Es ist die Pflicht von Justiz und Polizei, solche Fälle professionell aufzuklären.

Bald schon wird sich zeigen, ob die Staatsorgane dieser Pflicht angemessen nachgekommen sind - oder ob sie Fehler gemacht haben, wie im Fall der entführten Natascha Kampusch.

Vor sieben Jahren verschwand die Jugendliche Julia Kührer in Pulkau. Ihre sterblichen Überreste tauchten erst fünf Jahre später wieder in einem Keller in Dietmannsdorf auf.

Ihr Körper wurde verbrannt, ihre Gebeine in eine blaue Decke gewickelt. Auf der Decke fand die Polizei die DNA eines Mannes, der seit Dienstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) auf der Anklagebank sitzt. Es geht um Mord. Und es geht um sein Grundrecht, das in Österreich nur noch verlacht wird: die Unschuldsvermutung.

Wer die Anklage gegen den Kellerbesitzer Michael K. liest und wer seinem Verteidiger Farid Rifaat zuhört, der entdeckt enorme Widersprüche in diesem Fall.


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