Kolumne  Außenpolitik

Das Kriegsgeschrei übertönt das fehlende Konzept für Syrien

Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Für Europas Stellung in der Welt gab es bisher eine praktische Arbeitsteilung. In Finanzfragen hatte Deutschland das Sagen. Die anderen EU-Staaten akzeptierten die deutschen Vorgaben, die Welt nahm sie ernst. In der Außenpolitik war es umgekehrt: Frankreich und Großbritannien spielten die erste Geige. Deutschland hielt sich zurück.

Eine bequeme Konstellation für die Regierungen. Am Vorrang der nationalen Interessen musste niemand rütteln. Der Syrienkonflikt markiert das Ende dieses Modells. Von der Entwicklung im Nahen Osten ist der alte Kontinent zwar viel unmittelbarer betroffen als die USA, Russland oder China. Aber die Zukunft Syriens wird in Washington, D.C., und Moskau, Teheran, Ankara und natürlich in den verwüsteten Regionen um Damaskus entschieden.

Europäische Interessen spielen nicht die geringste Rolle. François Hollande, der als Partner Barack Obamas für einen Militärschlag übriggeblieben ist, muss für den französischen Schießbefehl auf den amerikanischen Kongress

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