Dance, Frances, Dance!

Feuilleton | Würdigung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Vielleicht muss man ja doch nicht erwachsen werden. Greta Gerwig in "Frances Ha“ ist ein Ereignis

Man wäre schockiert oder zumindest peinlich berührt, würde sich eine junge Frau vor einem arschlings über die Bahnsteigkante hängen lassen, um auf die U-Bahngleise zu pinkeln. Aber, hey, wir sind in New York, in einem Schwarzweißfilm, und überhaupt hat schon lange niemand mehr so unaggressiv und charmant vom Bahnsteig gepisst wie diese Frances. "Hoffentlich triffst du nicht die Stromschiene!“, ruft ihre Freundin Sophie - und spätestens da kann sich in "Frances Ha“ wohl auch der verkniffenste Zuseher ein Schmunzeln nicht mehr verbeißen.

Zum Lachen waren die Arbeiten von Noah Baumbach bislang nur sehr bedingt. Zwar hätte sich der Regisseur selbst für "The Squid and the Whale“ (2005) "mehr Lacher erwartet“, wie er in einem Interview verriet. Er selbst hat freilich geflennt, als er den autobiografischen Film über die Scheidung seiner Eltern der Mutter zum ersten Mal im Vorführraum


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige