Therapiesitzung von Kamelen gestört

Feuilleton | Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Die Kunsthallen-Schau "Salon der Angst“ ist an den zu Berge stehenden Haaren herbeigezogen

Wenn er aus einem Albtraum erwachte, griff er sogleich zum Zeichenstift. Mit den Worten "Sie wollen mir die Angst nehmen, aber die Angst ist ja mein Kapital!“ soll Alfred Kubin den seelischen Beistand eines befreundeten Priesters abgelehnt haben. Der von Goya und Munch beeinflusste Grafiker bezog seine schöpferische Kraft aus genau jenem Unbehagen, das er zeitlebens zu überwinden trachtete.

Vier Blätter aus Kubins bedrohlicher Schattenwelt hängen nun in der großen Ausstellung "Salon der Angst“, die auf den beiden Ebenen der Kunsthalle Wien Arbeiten von mehr als 40 Künstlerinnen und Künstlern zeigt. Knapp ein Jahr nach seinem offiziellen Antritt lädt Direktor Nicolaus Schafhausen zu seinem gemeinsam mit Cathérine Hug kuratierten Ausstellungsdebüt. Allerdings ziert kein Kunstwerk das Plakat zum Angst-Parcours, sondern der neue Kunsthallen-Adler. Ob das Wappentier auch die zukünftigen


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