Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Pop

Arctic Monkeys: A.M.

Als naseweiser junger Poppoet hat Alex Turner mit dem Arctic-Monkeys-Debüt "Whatever People Say I Am …“ 2006 ein bleibendes Stück Britpop geschaffen. Anstatt zu Hause irgendwann als zynischer alter Sack zu enden, übersiedelte er samt Band ins sonnige L.A. - was auf dem fünften Album langsam Früchte trägt. Motto der Veranstaltung: weniger Töne und Worte, dafür feistere Riffs und Grooves, die auch mal nach Hip-Hop schmecken. Unter dem irreführenden Titel "No. 1 Party Anthem“ ist auch eine Engtanzschnulze erster Güte enthalten. (Domino) sf

Jazz

Gregory Porter: Liquid Spirit

Geht es nach dem bizarr bemützten US-Sänger, kann man von Wasser und Liebe allein schon leben. Diese zwei Lebensstoffe besingt er auf seinem dritten Album, um sie schließlich zu fusionieren: Die elterliche Liebe sei auf ihn herabgeregnet ("Free“). Der Mann hat die Gospel in seine Soul aufgenommen, und solange einer wie er da ist, muss man den etwas leichtfertig an die Wand gemalten "musical genocide“ nicht fürchten. Die mitunter funkigen, aber stets wohltuend schlanken Arrangements helfen, den Weinerlichkeitsfaktor fast bei null zu halten. (Blue Note) KN

Klassik

Sol Gabetta: Il Progetto Vivaldi 3

Bei Sol Gabetta geht das Vivaldi-Virus um. "Il Progetto Vivaldi 3“ ist bereits die dritte Reise der Cellistin in die Welt Antonio Vivaldis. Dieses Mal hat die Argentinierin drei seiner Konzerte mit Werken zeitgenössischer Komponistenkollegen kombiniert: Giovanni B. Platti, Andrea Zani und Fortunato Chelleri, dessen G-Dur-Konzert bis vor kurzem noch in den Archiven schlummerte und hier zum ersten Mal überhaupt eingespielt wurde. Herrliche Musik - mitreißend, leidenschaftlich und virtuos. Am 20.9. live bei den Haydntagen in Eisenstadt zu erleben. (Sony Classical) mda


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