Im Märchenwald mit Morricone: die neueste Häutung der englischen Band Goldfrapp

Feuilleton | Musikkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Das englische Duo Goldfrapp ist eine merkwürdige Erscheinung. Sängerin Alison Goldfrapp könnte beinahe als Popstar durchgehen, derart gewandt vollzieht sie ihre Imagewechsel. Sowohl als Disco-Einpeitscherin wie als Elfe, als Zirkusdirektorin wie als Greta Garbo (oder war’s Marlene Dietrich?) machte sie gute Figur. Aktuell stapelt sie auf dem Cover des neuen Albums "Tales of Us“ in klassischem Schwarz tief.

Ihre Wandlungen und Rollenspiele lassen sich aber nicht mit Madonna und deren Nachahmerinnen vergleichen. Geht es da vorrangig darum aufzufallen, so scheinen die Häutungen bei Goldfrapp aus künstlerischer Notwendigkeit zu geschehen.

Kalkül kann man ihr und Studiotüftler Will Gregory auch musikalisch nicht unterstellen. Dafür waren ihre stilistischen 180-Grad-Wendungen zu sprunghaft: Von sensiblem Trip-Hop ("Felt Mountain“) ging es über wummernden Elektropop ("Supernature“) und folkige Innerlichkeit ("Felt Mountain“) zu glitzerndem 1980er-Pop ("Head First“).

Der Erfolg


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