Stadtrand Urbanismuskolumne

Wie in Wien die Wetteropfer sprießen

Stadtleben | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Das Wetter ist in dieser Stadt ja irgendwie immer Thema: Man kann immer jammern, weil es zu heiß, zu kalt, zu regnerisch oder zu windig ist, weil es in Wien eben tatsächlich immer zu heiß, zu kalt, zu regnerisch oder zu windig ist. Besonders lustig sind die Wetteropfer. Das sind die, die vermeintlich total nach dem Wetter gekleidet sind. Bislang traten sie vor allem im Sommer auf. Als Sommer-Wetteropfer sozusagen. Also die, die bei den ersten Plusgraden gepaart mit Sonnenschein sofort die kurze Hose und das T-Shirt auspacken und trotz auf zehn Meter Entfernung erkennbarer Gänsehaut stolz ausharren. Neuerdings gibt’s auch Winter-Wetteropfer. Die sehen dann so aus: Beim ersten Anflug von sanfter Kühle laufen sie mit Plüsch-Ohrenschützern, Kuschelschal, Strumpfhose und Winterstiefeln durch die Stadt. Gut, seit den unsäglichen Ugg-Boots sind Stinkstiefel im Sommer eigentlich nichts Neues mehr, aber die Kombination mit dem restlichen Winteroutfit adelt eben das Winter-Wetteropfer. Augen auf! In den nächsten Wochen werden sie nur so aus dem Boden schießen!

Birgit Wittstock amüsiert sich über zu dünn und zu dick gewandete Mitbürger


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