Menschen

Es wird besser

Falters Zoo | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Der bekannte Reggae-Sänger Bob Marley hinterließ der Welt nicht nur anstrengende Musik, sondern auch einen Sohn, Rohan Marley. Der junge Mann trat aber nicht in die Fußstapfen seines jamaikanischen Vaters, nein: Herr Marley jr. macht in Kapselkaffee. "Marley-Coffee“, schnallen Sie sich an, ist ab sofort auch beim Diskonter erhältlich. Weil der Kaffeeproduzent einen berühmten Daddy hat (haben wir das überhaupt schon erwähnt?), heißen die drei Kaffeemischungen - wahnsinnig originell - "Buffalo Soldier“, "One Love“ und "Lively Up“. Rohan Marley war zur Präsentation der Kapselkollektion natürlich persönlich in Wien und, ja, es lief auch Reggae. Bleibt zu hoffen, dass die Nachkommen von Kurt Cobain nicht auf die Idee kommen, ins Kapselkaffeegeschäft einzusteigen: "Smells like Teen Spirit“, haha!

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Vergangene Woche hat Kunsthalle-Chef Nicolaus Schafhausen dem Falter ein Interview gegeben, über das bei der Wiedereröffnung der Kunsthalle nach Umbau und Eingangsverlegung unter die Treppe (übrigens sehr geglückt - jetzt schaut’s aus, als würde die Kunsthalle dem Mumok unter den Rock schlüpfen) tout Vienne sprach. Sogar der Kulturstadtrat bedankte sich bei der Eröffnung von Schafhausens erster eigener Ausstellung "Salon der Angst“ artig bei uns für "ein sehr amüsantes Interview“; haben wir was falsch gemacht? Sämtliche Museumsdirektorinnen und -direktoren gaben sich jedenfalls die Ehre, Künstlerinnen und Künstler, und man hatte endlich mal wieder das Gefühl, in einer Weltstadt zu leben. Auch nicht schlecht, oder? (Mehr zum Angstsalon lesen Sie auf Seite 30.)

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Salon der Angst passt auch gut zum nächsten Kandidaten, wobei es im Frisierstübchen von Erich "Er-Ich“ Joham eigentlich immer ganz lustig zugeht. Obwohl wir uns erinnern, dass auch mal Kundenblut spritzte, weil das Haarschneidescherchen gar zu spitz war. Jedenfalls bekam dieser Herr Joham, dem das Klatschspaltenauffüllpersonal stets den Beinamen "Szenefigaro“ gibt, das Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien. Einmal mehr musste bei so einem Anlass Peter Paul Skrepek den Helmut Zilk machen, was für "Häupl-Double“ Joham selbstverständlich ein großer Spaß sein musste. Der Filmemacher Peter Patzak verglich in seiner Laudatio Johams Salon in Schwedenplatznähe mit einer psychotherapeutischen Praxis, und schließlich bekam der Friseur diesmal selbst eine Frisur. Den Figaro gab der Aktionskünstler Julius Deutschbauer, das Joham-Haar landete in Plastikbeuteln und wurde für fünf Euro pro Portion verkauft. Da fällt uns ein: Wir haben noch eine Locke einer berühmten Dichterin, die uns der Ausgezeichnete vor Jahren einmal, im Gefrierbeutel verpackt, vermachte. Wo ist die bloß?

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Fernsehpromis wie Cathy Zimmermann oder Mario Soldo haben schon mitgemacht, dazu natürlich jene Politikerinnen, von denen man so was erwartet, und eine Menge Menschen, die man jetzt nicht so kennt. Die Rede ist von der Initiative "Es wird besser Österreich“, in der es um Gewalt gegen junge Homosexuelle geht, ums Coming Out und wie man den Jugendlichen helfen kann. Zum Beispiel eben durch Videobotschaften, Filmchen, in denen man von seinen eigenen Erfahrungen berichtet und signalisiert: Es wird besser. Mehr dazu unter www.eswirdbesser.at

christopher wurmdobler


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