Kunst Kritiken

Heftige Körper: Mit dem Faden durch die Wand

Lexikon | NS | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Die dünnen Körper krümmen und bäumen sich, während lange Haare die Gesichter verdecken: Für ihre Gemeinschaftsarbeiten in der Galerie Christine König haben Gabriele Fulterer und Christine Scherrer zur Nadel gegriffen und Leinwände mit Leibern bestickt, die mal an zeitgenössischen Tanz, mal an Schmerzverrenkungen erinnern. Es bleibt aber nicht bei den Leinwänden, die langen Glieder setzen sich in großen, teils neonfarbenen Wandbildern fort. Auch in die Mauer fährt die Nadel, versehrt die Wände mit ihrem Stich. Diese Überlagerungen von Faden und Farbe wirken einerseits fast poppig, andererseits folgen sie einer Beschäftigung mit dem expressiven nackten Körper, die in Österreichs Kunstgeschichte einen besonderen Platz einnimmt.

Galerie Christine König, bis 28.9.


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