Kulturprojekt Tipp

Wer darf ein Kreuzerl machen und wer nicht?

Lexikon | NS | aus FALTER 37/13 vom 11.09.2013

Wenn diesen Herbst eine neue Regierung gewählt wird, dann darf rund eine Million hierzulande lebender Menschen nicht an die Urnen. Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, findet am 25. September im Wuk -vier Tage vor der offiziellen Nationalratswahl -das experimentelle Event "Wahlwexel" statt, das Wahlberechtigte und Nichtwahlberechtigte zur Stimmabgabe zusammenführt. Um 20 Uhr findet ein Wahlakt statt - in welcher Form, das wird sich vor Ort zeigen.

"Wahlwexel" ist nur eines der 17 ausgewählten Projekte, die heuer im Rahmen der "Wienwoche" präsentiert werden. Dieser mit 453.000 Euro von der Stadt Wien geförderte, gesellschaftskritische Veranstaltungsreigen umfasst Ausstellungen, Aktionen, Diskussionen, Filme, Konzerte und Performances und findet heuer zum zweiten Mal statt. Unter dem Titel "demokrazija-ja-ja ..." geht es um die Verheißungen unseres politischen Systems, dessen Versprechen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität nur allzu oft leere sind. Wienwoche möchte offenlegen, wem diese Ansprüche verwehrt bleiben. Das Thema Migration spielt dabei eine gewichtige Rolle. So zeigt etwa das Projekt "Aufenthaltsraum" Filme und ein Theaterstück, das sich mit dem Transit von Asylwerbern nach Europa beschäftigt. "Rebelodrom" nennt sich eine Aktion im öffentlichen Raum, bei der auch die "Perverse Partei Österreich" auftreten wird, während Stadtspaziergänge zu zeitgeschichtlichen Orten des Widerstands und emanzipatorischer Kämpfe führen. Weiters im Angebot: eine Mobilisierungsplattform für Bettelbeauftragte, ein Flohmarktstand mit Gegenbotschaften zur Diskriminierung von Roma, eine Ausstellung über Widerstandsstrategien gegen Abschiebung oder konsumkritische Gourmetküche aus weggeworfenen Lebensmitteln.

Diverse Orte, 12. bis 29.9.


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