Neu im Kino

"Lost Place 3D": Es strahlt im Wald, brummt im Bau

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Unter den Spukhäusern und Schreckenskammern im Kino des Unheimlichen findet sich heute manch Bunker oder Sperrgebiet einstiger Unrechtsregime und Kriege. Eine (nicht ganz) stillgelegte US-Station für Wetterexperimente im Kalten Krieg ist die Location des deutschen Mysterythrillers "Lost Place 3D": Vier Teenies auf GPS-Schnitzeljagd verlaufen sich in einem Ambiente aus Wald, rostigen Campingmöbeln, Computerschrott, 1980er-Protestpostern, Betonkorridoren und übler Strahlung, das einen lokalen Verschwörungsnerd unruhig, die Protagonisten müde, ihre Haut zu Gatsch und den Plot konfus macht. Irgendwann brummt ein Korb voll alter Handys, am Ende wuseln digitale Käfer. Geschichtszeit schrumpft zum schön ausgestatteten Gerümpelraum - und kehrt doch als gedehnte Laufzeit wieder: Entgegen einem gängigen Vorwurf an Horrorfilme ist hier zu bekritteln, dass die Regie (Debütant Thorsten Klein) zuviel Aufwand um Dialoge macht. Das belastet die Darsteller, von denen einer - zusätzlich verwirrend - eine Pustel am Hals trägt, die mit dem Plot offenbar nichts zu tun hat (oder aber ein genretypisch kryptisches böses Omen höherer Ordnung darstellt).

Ab Fr in den Kinos


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