Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Zu den schönsten und schlichtesten Gesellschaftsspielen, die es gibt, zählt fraglos der "Tiervergleich“. Für Tiervergleich braucht man weder Hard- noch Software noch Strom, insofern ist es sehr umwelt-, wenn auch nicht sonderlich sozialverträglich, besteht dieser wohlfeile Zeitvertreib doch darin, die anwesenden Personen jener Tiergattung zuzuordnen, der diese am ähnlichsten sehen. Nach der initialen Selbsteinschätzung der Person, die gerade dran ist, kommentieren die Mitspieler dieses Selbstbild und schlagen Alternativen vor. Und es bedarf schon einer gewissen psychischen Stabilität, wenn jemand von Schlanklori auf Aye-Aye zurückgestuft wird.

Das Aye-Aye (auch bekannt als Fingertier) hat es in der Liste der hässlichsten Tiere der Welt, die soeben erstellt wurde, nicht ganz nach vorn geschafft. Eindeutiger Sieger war der Blobfisch. Er sieht so aus, wie er heißt, und hat eine ähnlich hässliche Gesichtswulst wie der Nasenaffe (Platz 5). "Blobfisch“ wäre im Kontext von "Tiervergleich“ also eine echt harte Ansage. Mir fielen zu Blobfisch schon Personen ein, freilich keine in der Redaktion, wo Kollegen mit würdigen Namen wie Silberbär und Flinker Hirsch belegt zu werden pflegen. Der piktoriale Tiervergleich bietet sich natürlich für die "Best of Böse“-Rubrik "Zwillinge, nach der Geburt getrennt“ an. In diesem Zusammenhang darf ich darauf hinweisen, dass es nur mehr ein Dutzend Falter-Ausgaben dauert bis zu "B.o.B.“, man sich also schon ruhig einmal ein paar Zwillinge überlegen und das entsprechende Bildmaterial an die Redaktion senden oder mailen kann.


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