Kolumne  Außenpolitik

Der Fall Syrien: Russland meldet sich auf der Weltbühne zurück

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Es ist, wie wenn ein unbequemer Bekannter, den man längst von der Einladungsliste gestrichen hat, plötzlich in die Party platzt.

Während der Westen ziemlich ratlos nach einer Syrien-Strategie sucht, ergreift Russland die Initiative und meldet sich auf der Weltbühne zurück. In der scheinbaren Rückkehr zur Kräftebalance des Kalten Kriegs liegt langfristig eine Chance einer Lösung.

Das Genfer Abkommen zur Vernichtung der chemischen Waffen Syriens trägt Russlands Handschrift. Mitten im Bürgerkrieg gewinnt es Zeit für die Diktatur Assads, Moskaus einzigen verbliebenen Verbündeten am Mittelmeer, und entzieht dem angekündigten US-Militärschlag die Legitimität. Gelingt der Plan, steht Moskau als Friedensbringer da. Schlägt er fehl, hat Moskau immerhin einen zerstörerischen Militärschlag aufgeschoben.

Die russische Diplomatie, auch zu Sowjetzeiten nicht für die feine Klinge bekannt, hat wendiger agiert als die US-amerikanische. Jede Formulierung, die eine Nichteinhaltung der Fristen


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