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Was soll denn das "Aufrunden, bitte“, Herr Schwertner?

Politik | Interview: Nina Horaczek | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Die Caritas sucht "Aufrunder“. Wer im Supermarkt "Aufrunden, bitte“ sagt, spendet seine Cents Rückgeld direkt an die Hilfsorganisation. Wie es zu dieser Aktion kam, erzählt Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner.

Was soll denn dieses "Aufrunden, bitte“ im Supermarkt?

Wir bieten seit einigen Tagen bei Merkur, Billa, Penny, Bipa und jetzt auch Sutterlütty die Möglichkeit, dass die Kunden an der Kasse aufrunden können, und der Betrag kommt der Caritas zugute.

Das heißt, die Kupfermünzen wandern statt in die Börse zur Caritas?

Genau. Wenn Sie zum Beispiel um 12,64 Euro einkaufen und "Bitte aufrunden“ sagen, zahlen Sie 12,70, und die sechs Cent gehen an die Caritas.

Was bringen der Caritas denn die paar Cent, die ich im Supermarkt spende?

Sehr viel. Wir wollen mit dieser Aktion auch zeigen, dass mit Kleinem Großes bewirkt werden kann. Bis jetzt wurde schon über 100.000-mal "Aufrunden, bitte“ gesagt, das ergab mehr als 12.000 Euro an Spenden.

In welche Projekte fließt dieses Geld?

Unterstützt werden Familien in Not, Lerncafés für sozial schwache Schülerinnen und Schüler, unsere Mutter-Kind-Häuser und ein Projekt für ältere Menschen in Österreich.

"Aufrunden, bitte“ heißt es also nur für Projekte in Österreich?

Genau.

Hatten Sie Angst, dass die Österreicher weniger spenden, wenn damit Projekte im Ausland unterstützt werden?

Nein, gar nicht. Die Österreicher haben heuer schon sehr großzügig ins Ausland gespendet, etwa für die Syrien-Hilfe. Aber hier haben wir mit Rewe Projekte ausgesucht, die zum Unternehmen passen.

Wer hat denn das Aufrunden erfunden?

In Deutschland gibt es bereits die Aktion "Deutschland rundet auf“. Die haben wir uns zum Vorbild genommen.


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