Buch der Stunde

Der Meister und sein gealterter Jüngling von Sylt

Feuilleton | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Während eines Sylt-Urlaubes im Jahr 1927 lernt Thomas Mann den jungen Klaus Heuser kennen. Es sind Ferienwochen, die ihn sehr mitnehmen - "an diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt“, schreibt er ins Gästebuch des Hotels. Der 17-jährige Heuser kommt anschließend sogar auf Besuch nach München, der Dichter sucht die Nähe des verlockenden Jünglings. Der blonde Klaus wächst Thomas Mann nicht nur ans Herz, sondern bohrt sich mit Widerhaken tief in dieses hinein.

Die Mann’schen Tagebuchnotizen sowie der Nachlass von Klaus Heuser bilden das literaturhistorische Grundgerüst für den neuen Roman des Münchener Autors Hans Pleschinski. Grob hält er sich in "Königsallee“ an die Fakten: Thomas Mann reist im August des Jahres 1954 nach Düsseldorf, um aus seinem "Felix Krull“ zu lesen. Die Pointe dieser Fantasie: Die Reise droht vor allem eine Reise in die erotische Vergangenheit zu werden. Bei Pleschinski steigt nämlich auch Klaus Heuser im Breidenbacher Hof ab, zusammen


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