Queere Roboterliebe und alter Soul

Feuilleton | Würdigung: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Die US-Sängerin Janelle Monáe begeistert und verwirrt mit ihren vielen Gesichtern

Anscheinend gibt es sie doch. Auf ihrem Debüt behauptete Janelle Monáe 2010 noch, eine Androidin namens Cindi Mayweather zu sein, die im Metropolis des Jahres 2719 versucht, die Menschheit zu retten. "The Archandroid“ übertrug die Idee des Prog-Rock-Konzeptalbums auf unterschiedliche Spielarten der Black Music und fügte noch Psychedelik, Soundtrack- und Musical-Anklänge dazu. Nur ein Gastauftritt des verrückten Hutmachers aus "Alice im Wunderland“ fehlte da noch.

Die Welt reagierte so begeistert wie überfordert. Kritik und Kollegen überschlugen sich vor Lob; ein breiteres Publikum vermochte die Mittzwanzigerin aus Kansas City, die sich in Atlanta niedergelassen hat und Teil des Künstlerkollektivs Wondaland Art Society ist, jedoch nicht zu erobern.

Das liegt daran, dass sie den gängigen R&B-Sound verweigerte, nicht zuletzt aber auch an einer fehlenden Greifbarkeit. Obwohl sie angab, sowohl Männer,


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