Dürfte es vielleicht auch ein bisschen weniger sein?


Buchkritik: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Ferdinand von Schirachs Roman "Tabu“ hat einen interessanten Anwalt zu bieten, ist insgesamt aber doch eher ein Verhau

Einen wie Konrad Biegler muss man mögen: drei Jahrzehnte schon Anwalt, fast ebenso lang verheiratet; zurzeit mit Burn-out-Syndrom und gegen seinen Willen in ein Berghotel verbannt; ein bisschen präpotent, meist übellaunig, starker Raucher; mitunter allerdings auch dazu aufgelegt, ein Twisttänzchen auf den Gehsteig hinzulegen: cool, weil uncool - ein Klassiker.

Konrad Biegler hat ein Problem: Er soll einen bekannten Künstler verteidigen, Sebastian von Eschburg, dem ein erfahrener, aber verzweifelter Polizist unter Folter ein Geständnis abgepresst hat. Eschburg wird nämlich verdächtigt, eine junge Frau entführt und eventuell auch ermordet zu haben; seine perversen Neigungen scheinen durch die bei ihm gefundenen Gewaltpornos und chirurgischen Instrumente belegt.

Der Leser hat ein Problem: Konrad Biegler taucht erst auf Seite 149 auf. 100 Seiten stehen noch aus, aber

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