Der Kampf gegen die inneren Party People

Feuilleton | Buchkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

In "Magical Mystery“ setzt Sven Regener einen alten Bekannten ans Steuer und steigt selbst aufs humoristische Gaspedal

Der Inhalt ist oft auch wurscht“, meinte Sven Regener 2008 im Falter-Interview anlässlich seines letzten Romans "Der kleine Bruder“.

Da hat er nicht ganz Unrecht, zumindest was die eigenen Bücher anbelangt, die oft dann am besten funktionieren, wenn die Formulierungslust mit dem Erzähler durchgeht und sich dieser selbstvergessen in Schwachsinnsmonologe hineinsteigert, statt sich um die Entwicklung des Plots zu kümmern.

Das liest sich dann - wir schlagen "Magical Mystery“ an einer beliebigen Stelle auf - etwa so:

"Aus dem hinteren Teil kam Gelächter und dann drang das erste Bummbumm nach vorne, mal lauter, mal leiser, wahrscheinlich eine Art Soundcheck. Höchste Zeit zu gehen; noch ein paar Minuten länger und ich würde die Bierflasche aufmachen, das war klar, ich merkte schon, wie die Lust, mich an den Tresen zu setzen und das Bier zu trinken und eine zu rauchen


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