Stadtrand Urbanismuskolumne

Der Fluch der Papiertaschentücher

Stadtleben | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Begibt sich der zivilisationsmüde Städter am Wochenende ins Gebirge, fallen ihm am Wegesrand weiße Papierfetzen auf. Sie stammen von Wanderern, die Taschentücher als Klopapier verwenden. Das ist besonders ärgerlich, da das spähende Auge auf Pilzkappen eingestellt ist und stattdessen nur uringetränkte Tempos oder Fehs entdeckt. Handelt es sich dabei vielleicht um einen Protest gegen die allgegenwärtige ökologische Bevormundung, eine Schmutzattacke gegen den Naturschutztotalitarismus?

Die Ursache des Umweltskandals dürfte woanders liegen. Noch vor wenigen Jahren hatten Hausfrauen und -männer beim Wäschewaschen ein Problem. In den Hosentaschen vergessene Papiertaschentücher lösten sich auf, und die weißen Partikel blieben am Stoff kleben. Die Taschentuchingenieure entwickelten in der Folge neue Papierarten, die sich beim Waschen zu einem kompakten Klumpen zusammenziehen. In der Natur bedeutet dies: Selbst Gewitterregen und Schnee können den Tüchern nichts anhaben. Ein Tipp: Zum Abwischen bitte Stofftaschentücher verwenden.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige