Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bahnhofsgetränke

Über den Westbahnhof und seine Getränkearsenale

Stadtleben | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Ein Streifzug durch den Westbahnhof birgt so manche getränketechnische Überraschung. Da gibt es die Fruchtbar, die ihre Geschäfte mit frisch gepressten Säften macht, etwa mit exotischen Konzeptdrinks, die "Coconut Kiss“ heißen. Für diejenigen, die sich noch nicht so weit fühlen, gibt es den "Fat Burner“. Der gesunde Weizengrassaft, der bisher den Drinks beigemischt wurde, ist aufgrund mangelnder Nachfrage wieder aus dem Sortiment genommen worden. Der Bahnhof verleitet kaum zur gesunden Lebensweise, wie die vielen leeren Bierdosen auf den Sitzbänken vermuten lassen. Weiter hinten, Richtung Post, ist tatsächlich noch ein Bubble-Tea-Shop zu finden und der Greißler, in der Mitte der Abfahrtsebene positioniert, hat auch so einiges - von der Biomilch bis zum Stifterl Veltliner, um Reisenervositäten zu lindern.

Ein Eck, in dem man Wartezeiten besonders gut verkürzen kann, findet sich oben ganz rechts: Der genial minimalistisch konzipierte Brötchendealer Trześniewski bietet nicht nur feste Nahrung feil, er kann auch mit einem beachtlichen Getränkesortiment aufwarten: Wein, Bier im Pfiffglas, sechs verschiedene Biosäfte, Pepsi und ein trockener Sekt der Hausmarke inklusive Plastikflöten. In dieser Ecke liegt aber das Herzblut bei den Leckerbissen. Der Sekt schmeckt fad ohne Brötchen, der naturtrübe Apfelsaft schal - das Verhältnis zwischen Zucker und Fruchtsäure stimmt nicht. Der Wein kommt übrigens aus dem Leithagebirge, von dem mehrfach prämierten Weingut Höpler. Ein Test steht noch aus. MS


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