Musiktheater Kritik

Fröhlich-grausig erzeugte Menschenfleischpasteten

Lexikon | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Ein vom herrlich unsympathischen Richter Robert Meyer Verbannter kommt als "Sweeney Todd" nach London zurück, wetzt baritonal charmant die Rasiermesser, seine Kunden werden einen Stock darunter von der komödiantischen Mrs. Lovett zu Pasteten verarbeitet. Das Geschäft geht erfolgreich. Am besten sind die schwarzen Balladen und Duette der beiden Hauptprotagonisten, die Edelschmonzetten eines jungen Liebespaars dazwischen hält man aus. Gesanglich alle gut, grandios gespielte, grenzgeniale Musik von Stephen Sondheim, glänzend inszeniert in einer optimal gestalteten Bühnenbildmaschine, wird der zweite Teil allenfalls ein wenig zu lang, manches wiederholt sich. Aber das schwarze Musical-Spiel mit dem Grauen ist unbestritten ein Hit. HR

Volksoper, Sa, Mi 19.00 (bis 27.9.)


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