Ausstellung Vernissage

Das Genie als Proponent des Rassenwahns

Lexikon | aus FALTER 38/13 vom 18.09.2013

Wagner und die Juden - eine brenzlige Angelegenheit. Bereits 1850 veröffentlichte der Komponist den antisemitischen Aufsatz "Das Judenthum und die Musik", in dem er den "niederen Glaubensgenossen" jegliche Musikalität abspricht. Der Nibelungen-Fan wollte mit seiner Schrift den Einfluss der Juden auf "unsere Musik" bekämpfen. Im Jüdischen Museum widmet sich nun die Ausstellung "Euphorie und Unbehagen - Das jüdische Wien und Richard Wagner" den lokalen Bezügen. Spätestens seit seiner gefeierten Uraufführung von "Tannhäuser" 1857 gab es auch hierzulande besonders viele jüdische Wagnerianer. Die naive Ausblendung von Wagners Judenhass ist ebenso ein Thema der Schau wie die Frage nach der heutigen Wagner-Rezeption in Israel. NS

Jüdisches Museum, Di 18.30; bis 16.3.


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