Theater Kritik

Zu affektiert: ein Interview als Drama

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Das Drehbuch "Das Interview" wurde zwei Mal verfilmt -ursprünglich von Theo van Gogh, dann von Steve Buscemi. Es passt aber auch gut auf die Bühne: Ein Kriegsreporter (Alexander Pschill) muss ein Interview mit einer Soap-Schauspielerin (Alma Hasun) führen, an dem er kein Interesse hat; einziger Spielort ist ihre Wohnung. Das Bühnenbild (Eleni Boutsika-Palles) ist gelungen, es suggeriert Kälte, Stil und Erfolg. Medienkritik und die Rolle der Niederlande im Jugoslawienkrieg bilden die Grundlage für das dichte Kammerspiel, in dem sich menschliche Abgründe auftun. Richtig glaubwürdig wird die Inszenierung von Christina Tscharyiski aber nicht, weil selbst da noch affektiert gespielt wird, wo es nicht mehr passt.

Theater in der Josefstadt, Unter dem Eisernen, Di 19.30


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