Zehn Jahre "Bock auf Kultur": vom Biertrinken für Flüchtlinge zum großen Festival. Eine Erinnerung

NINA HORACZEK | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Rainer Krispel, damals Chelsea, und Herbie Molin, heute immer noch Rhiz, waren sofort dabei, ohne zu fragen, ob wir uns das genau überlegt hatten. Das war gut so. Denn hätten wir damals länger nachgedacht, wäre "Bock auf Kultur" vielleicht nie etwas geworden.

Jetzt feiert das Festival zugunsten der Flüchtlingshelferin Ute Bock sein zehnjähriges Jubiläum. Und ist ein professionelles Kulturevent des Vereins Ute Bock geworden, das aus dem Festivalkalender nicht mehr wegzudenken ist.

Am Anfang hingegen war alles sehr spontan. Ein kleiner Kreis aus Freiwilligen aus dem Umfeld von Falter und SOS Mitmensch, darunter etwa die frühere Falter-Fotografin Felicitas Kruse und der frühere SOS-Mitmensch-Obmann Philipp Sonderegger taten sich zusammen, um der Flüchtlingshelferin aus den Schulden zu helfen.

Zusammen mit Wiener Wirten erfanden wir "Bock auf Bier", eine Aktion, bei der die Gastronomen pro verkauftem Bier zehn Cent an Ute Bocks Flüchtlingshilfe spendeten. Weil das so toll lief - in fast allen Szenelokalen der Stadt wurde den ganzen Sommer über für Bock getrunken -kam Lust auf mehr auf.

Wenn schon so viele Locations für Bock Geld sammeln, wieso nicht zum Abschluss der Aktion ein kleines Festival veranstalten? Dass Bock auf Kultur ein derart großer Erfolg mit tausenden Besuchern wurde, hatte zwei Gründe: erstens die hohe Bereitschaft der Künstlerinnen und Künstler, für Ute Bock aufzutreten.

Zweitens unsere Spontaneität und Begeisterungfähigkeit, so etwas schnell aus dem Boden zu stampfen. Binnen zehn Tagen war ein 30-tägiges Kulturfestival quer durch Wien geboren. Mehr Zeit gab es nicht, es war Sommer und wir freiwilligen Helfer hatten unsere Urlaube gebucht.

Den Naiven gehört das Glück. Und denen, die die Welt zumindest etwas verändern wollen. Geholfen haben uns damals sehr viele: Josef Hader, Willi Resetarits, Texta, Wilfried, Stermann &Grissemann, das Balaton Combo, Wolf Haas, I-Wolf, Maschek und viele mehr.

Danke noch einmal. Und Bock auf Kultur alles Gute für die nächsten zehn Jahre.

10 Jahre Bock auf Kultur: Wuk, Sa 19.00 Information: www.bockaufkultur.at


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