Buch der Stunde

Der Avantgardist, der eigentlich vom Cello kam

Feuilleton | Michael Omasta | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Der gebürtige Este Dmitrij Kirsanov (1899-1957) zählt zu den Schlüsselfiguren der exilierten Russenfilmer im Frankreich der 1920er- und 1930er-Jahre. "Die filmische Schilderung von Elend und Not in Hafenquartieren und Vorstädten, die wir heute als typisch französisch empfinden", bemerkte Siegfried Kracauer anlässlich der Premiere von "Quartier sans soleil" 1939 in Paris, "verdankt Kirsanoff wesentliche Impulse." Obwohl dieser Film nicht an seine früheren Arbeiten heranreiche, spüre man "die Hand des Könners, des treffsicheren Milieuschilderers, dem ein paar Bilder von nachhaltiger Wirkung gelingen".

Der internationale Durchbruch blieb Dmitrij Kirsanov versagt, sein Werk blieb außerhalb Frankreichs bis heute weithin unbekannt. "Ein verschollener Filmregisseur" lautet der Untertitel von Jürg Stenzls penibler Studie, die erste relevante Veröffentlichung über Kirsanov in deutscher Sprache - und ein Musterbeispiel des Schreibens über Film und Musik noch dazu. Der cinephile Musikwissenschaftler


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