Ein vornehmer Verteidiger des Neuen

Über Hans Landesmann, der mehr war als ein Kulturmanager: ein Freund und Förderer zeitgenössischer Musik

Feuilleton | Nachruf: Armin Thurnher | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Es gibt kultivierte und unkultivierte Kulturmanager. Die unkultivierten werken mit derartiger Selbstverständlichkeit an den Schalthebeln des Kulturbetriebs, dass man sich wundert, wenn man noch einen kultivierten Kulturmanager trifft. Das seltene Exemplar hinter mir hatte Klavier, Komposition, Physik und Finanzwissenschaften studiert, und zwar an der Sorbonne. Darüber hinaus war er ein Experte für zeitgenössische Musik und ein vornehmer Mensch. Er sprach so leise und schien so viel Kraft zur Artikulation zu brauchen, dass man das Ohr ganz nahe zu seinem Mund bringen musste, wollte man hören, was er sagte. Trotz seiner Unaufdringlichkeit hatte sich der kultivierte Kulturmanager stets entschieden für Moderne und Avantgarde eingesetzt. Er hätte wohl gesagt: bloß für gute Musik."

Diese auf ihn gemünzte Passage aus meinem Roman "Der Übergänger" hat Hans Landesmann sehr gefreut; er hatte das Buch gleich nach dessen Erscheinen gelesen. Bei spannenden Konzerten konnte man sicher sein,


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