Film Neu im Kino

"Blutgletscher": herumirren im Monstergebirge

Lexikon | JOACHIM SCHÄTZ | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Sagst du deine Theorie, bitte!", wird eine Forscherin von ihrem Kollegen angefahren. Die Ungeduld ist nachvollziehbar. Für einen Monsterfilm in alpiner Isolation führt "Blutgletscher" erstaunlich viel Drehbuchgepäck mit: Vier Menschen allein auf einer Klimaforschungsstation entdecken seltsame Mutationen in der Bergfauna -so könnte ein Körperhorror-Kammerspiel à la Ridley Scotts "Alien" oder John Carpenters "The Thing" beginnen.

Das Skript von Regisseur Marvin Kren und Sebastian Hessler führt aber unermüdlich Figuren ein, skizziert Motivationen und lässt Grüppchen hin und her irren, bis der Film mehr an das gebläht geschriebene "Alien"-Prequel "Prometheus" vom Vorjahr erinnert.

Mit dem teilt diese österreichische Produktion - bei einem Fünfzigstel des Spektakelbudgets -dann aber auch einige Stärken: einnehmendes Spiel in Charakterhauptrollen (Gerhard Liebmann als schroffer Techniker, Brigitte Kren als Ministerin auf Besuch) und ein paar gekonnt ausgekostete große Gesten -blutige Schneezungen in ehrfurchtgebietenden Totalen, eine toll unbehagliche Monsterabtreibung. Dass an anderer Stelle eine Abtreibungsentscheidung als großer Sündenfall herhalten muss, ist dann wieder eine der dümmeren schlauen Ideen des Films.

Schön sind die (großteils gebastelten statt computeranimierten) Kreaturen, deren Belebung durch Kameragewackel aber ein wenig nach Verlegenheitslösung ausschaut. Überhaupt geht dem Film die kompakte Beweglichkeit des Kren/Hessler-Zombieparcours "Rammbock"(2010) ab, aber das kann nächstes Mal - mit weniger Figuren und mobileren Ungeheuern -ja wieder anders ausschauen.

Ab Fr in den Kinos


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