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Bushido schwingt den Deutschrap-Holzhammer

Lexikon | GS | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Im Frühjahr wurde das Wien-Konzert von Bushido abgesagt, weil seine Mutter gestorben war. Wer damals auf eine längere Phase der Besinnung hoffte, hoffte vergeblich, wie sich bald zeigen sollte: Der Berliner Rapper hat im Sommer zum gefühlt hundertsten Mal homophoben und gewaltverherrlichenden Dreck abgesondert ("Stress ohne Grund"), und zum hundertsten Mal hat die deutsche Medienwelt das immergleiche Spielchen aufgeregt mitgespielt: Bushido bellt, alle wedeln heftig erregt mit dem Schwanz -und ignorieren oder verdrängen, dass sie damit zu Erfüllungsgehilfen seines schmutzigen Spielchens werden.

Aber gut, es ist ja keine neue Erkenntnis, dass der als Anis Mohamed Youssef Ferchichi geborene Bushido zwar kein sonderlich begabter Rapper, dafür aber ein umso besserer Vermarkter seiner selbst ist. Und solange noch jemand mitspielt und die Kinder Geld ausgeben für seine ästhetisch recht armselige Aneignung der alten Tante Gangsta-Rap, wird er wohl auch weiterbellen. Warum er dafür noch mal schnell den deutschen Integrationspreis Bambi verliehen bekam? Man weiß es nicht. Jetzt wird der abgesagte Wien-Auftritt nachgeholt, der Deutschrap-Holzhammer schlägt also doch noch zu.

Gasometer, Mi 20.00


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