Enthusiasmuskolumne

Zuerst hochkogeln und dann runterkugeln

Diesmal: die beste Hütte der Welt der Woche

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Dass Wien eine äußerst lebenswerte Stadt ist, wird alljährlich durch diverse Rankings bestätigt, auf die im Grunde verzichten kann, wer seine fünf Sinne und sieben Zwetschken halbwegs beinand hat. Was Wien so leiwand macht, ist aber nicht nur das, was in Wien, sondern auch das, was um Wien liegt - der Wienerwald.

Es gibt nicht viele Weltstädte, wo man so schnell im Grünen ist; einem Grün zumal, das nicht nur Parklandschaft ist, sondern auch über Berge, nun ja, über Hügel, Mugel und Kogel verfügt. Einer dieser Kogel ist der Pfaffstättner Kogel, der naturgemäß bei Pfaffstätten, also rechts von Baden liegt. Weniger aus wandertechnischen, denn aus labe- und intoxikationsstrategischen Gründen sei aber angeraten, sich von Gumpoldskirchen aus auf den Weg zu machen.

Das Ganze ist im Grunde ein Halbtagsausflug, der mit 300 Metern Höhendifferenz keine allzu große sportliche Herausforderung darstellt, aber ein umso lohnenderes Ziel bereithält:

Am Kogelgipfel hat man nämlich nicht nur die nach dem Dichter so geheißene Klesheim-Warte, sondern auch die nach dem Großvater des Schifferlversenkers benamste Rudolf-Proksch-Hütte hingestellt. Der seelenaufspannende Wienerwald-Rundblick ist das eine, das kulinarische Angebot das andere. Hier werden nicht nur die üblichen Wanderwürstel (u.a. auch vom Pferd), sondern auch Kaspressknödel, Fisolengulasch oder Stierhoden angeboten. Dazu gibt es gleich fünf Sorten des wunderbaren bügelflaschenabgefüllten Hüttenbiers (und auch hinreichend Zeugs für Önophile).

Die Rudolf-Proksch-Hütte ist die ideale Familienausflugsdestination: Während die Kleinen am Spielplatz toben, können sich Mami und Papi in aller Ruhe zuschweißen, denn hernach braucht man nur noch nach Pfaffstätten runterzukugeln.


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