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Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Großmacht wider Willen

In der europäischen Wirtschaftspolitik gibt Deutschland den Ton an, doch gleichzeitig fehlt in der Bundesrepublik eine Vision, welche Rolle das Land in Europa spielen soll. Im aktuellen Bundestagswahlkampf schwiegen die Parteien weitgehend zum Thema EU und Währungskrise. Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guerot kritisiert dies in ihrem Paper "The German election: What Europe expects -and what Germany will not do", das auf Englisch als PDF und für E-Book-Reader downloadbar ist.

Statt einen neuen Kurs für die europäische Integration zu entwickeln, tat die Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bisher nur das Mindeste, um eine flächendeckende Krise zu verhindern. Auch wenn Deutschland mittlerweile maßgeblich die europäische Wirtschaftspolitik bestimmt, verweigert es, eine inhaltliche Vision für die EU vorzugeben - was wohl auch daran liegt, dass in den deutschen Medien die Krise noch immer als Schuld einzelner Staaten dargestellt wird.

"Das Bewusstsein fehlt, dass wir nicht nur Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind", sagt die Autorin, die das Berliner Büro des Thinktanks European Council of Foreign Relations leitet, in einem Gespräch mit dem Falter. Guerot ist eine der mahnenden Stimmen innerhalb Deutschlands. Gerade zur Wahl ist ihre sehr gute Analyse spannend zu lesen.

Ulrike Guerot: The German election: What Europe expects - and what Germany will not do. Kostenlos downloadbar unter ecfr.eu


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