"Dokumentation ist reine Fiktion"

Regisseur Nicolas Philibert über seinen neuen Film, der vom Radio und dem Zauber des Zuhörens handelt

Feuilleton | Interview: Julia Pühringer | aus FALTER 39/13 vom 25.09.2013

Der französische Regisseur Nicolas Philibert hat mit seinen Filmen Momente puren cineastischen Glücks geschaffen - wer "Être et avoir" gesehen hat, seine zärtliche Doku über eine Volksschule auf dem Land, wird ihn nicht so bald vergessen. Für "La Maison de la radio" besuchte Philibert das Funkhaus von Paris. Das Resultat ist eine Geschichte vom Hören und vom Sehen und von ganz alltäglicher Arbeit. Das Gespräch mit dem Filmemacher fand anlässlich der Premiere seines jüngsten Films bei der diesjährigen Berlinale statt.

Falter: Sie haben früher eine Weile Philosophie studiert. Hat das Ihre Herangehensweise ans Filmen beeinflusst?

Nicolas Philibert: Ich habe das drei Jahre lang auf der Universität studiert, aber das bedeutet nicht, dass man Philosoph wird. Mein Ansatz ist jedenfalls nicht intellektuell. Ich mache Filme aus dem Gefühl, mit meinem Gespür für Beobachtung, nicht vor dem Hintergrund einer Theorie.

Bei Dokumentationen wird oft der Terminus der Authentizität strapaziert.


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