Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Es ist, wie es ist. Die Wahl ist geschlagen, die Tür ist offen, der Ball liegt bei den anderen, die Botschaft wurde verstanden, Respekt und Gemeinsamkeit sind auf einmal angesagt. Die Wahlen sind ja noch nie so ausgegangen, wie wir uns das gewünscht hätten und uns dann eingeredet haben, dass sich das jetzt auch echt urviel andere wünschen werden, aber der Grad verbaler Selbstbeschädigung durch den Konsum von Wahlberichterstattung war vermutlich noch nie so hoch wie heute. Fast eine Viertelmillion haben den Magna Gaga gewählt; einen Mann, der vor eingeschalteten Mikrofonen und laufenden Kameras das Artikulationsvermögen eines Volksschülers verlässlich unterschreitet. Und fast eine Million haben eine Partei gewählt, deren Noch-Vorsitzender das rhetorische Pendant zu einem Tofu-Marshmallow-Gulasch darstellt.

Es ist, wie es ist. Die Kolleginnen und Kollegen von der Politik haben die Fakten zusammengeklaubt, sie sortiert, interpretiert, kommentiert und von Dirk Merbach ordentlich Farbe reinmachen lassen. Als kleines kompensatorisches Autointoxikationsprogramm zur Wahl hat unser Gastro-Scout Florian Holzer die schönsten Heurigen gesichtet. Denen ist es zwar auch schon einmal besser gegangen, aber man findet sie schon noch, und Alkohol ist im Wein allemal drin. Die nächsten Wochen werden kaum weniger anstrengend, aber sie werden auch schön. Während die Politikjournis in der Takelage turnen, schuften die Kulturniks unter Deck und bereiten Beilagen zur Buchmesse, zur Viennale, zu Wien Modern vor. Wird schon wieder. Und Prost!


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