Seinesgleichen geschieht  Der Kommentar des Herausgebers

Obacht, Koalabären! Kein Reformauftrag, ihr habt einen Stilauftrag!

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Im Jahr 2002 konstatierte der konservative deutsche Essayist Karl Heinz Bohrer in einem berühmt gewordenen Essay die Unfähigkeit deutscher Politiker und Wirtschaftsleute zu einem eigenen Stil. Den Deutschen fehle, anders als etwa den Engländern, ein historischer Punkt, auf den sich ihr Stil beziehen könnte, da ihre letzte monumentale Periode, der Nationalsozialismus - wohl zu Recht, durfte man ergänzen -, für solche Bezüge tabuisiert ist.

Die Erinnerung an Bohrer ließ sich vergangenen Sonntag kaum verdrängen, als nach ihrer partnerschaftlichen Niederlage die beiden Klubobleute der gewesenen Großparteien einander versicherten, beide Parteien müssten jetzt ihren Stil ändern. Als wäre Stil eine bloße Manier, nein, eine Marotte, ein Accessoire, das man auf- und absetzen könnte wie eine Clownsnase.

Es war keine Überraschung, dass die beiden siegreich unterlegenen Parteien so wenig Einsicht in die Natur ihrer Niederlage, nein ihres Niedergangs zeigen. Sie haben in dieser Wahlauseinandersetzung


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