Wer die Macht hat,     bleibt darauf sitzen

Falter & Meinung | Gastkommentar: Cathrin Kahlweit | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Viel Pseudopolitik, keine Konsequenzen: wie sich der österreichische Wahlkampf vom deutschen abhebt

Es wurde Zeit, dass dieser Wahlkampf vorbeigeht. Zu viel mediale Beschallung, zu viele Plakate, zu viel künstliche Aufregung, zu viel Frank. Auch bei der Beobachterin aus dem Ausland, die um professionelle Distanz ehrlich bemüht war, stellte sich Ermüdung ein, und immer wieder dieselben Themen, dieselben Debatten. Immer wieder dieselben Spitzenkandidaten im selben Setting.

Wo war eigentlich der Rest des Parteivolks, wo waren die Minister und Landeshauptleute, die neuen Stars aus den Bundesländern, wo waren die Intellektuellen, die Künstler, die Wissenschaftler, die sich über Politik streiten, die Stellung beziehen? Viele Reizfiguren, die jahrelang die Schlagzeilen dominiert haben, tauchten plötzlich nicht mehr auf. Das Casting der Parteichefs wirkte wie die Kür einer Dame ohne Unterleib. Wurden die Finanzministerin oder die Bildungsministerin meist versteckt, weil man sich vor einer


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