Jeunesse rosé

Politik | Analyse: Florian Klenk Barbara Tóth | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Die Neos sind das Überraschungsprodukt dieser Wahl. Wofür steht die neue Partei wirklich?

Nicht einmal feiern darf man in diesem Staat. Ausgerechnet jetzt, wo sich Matthias Strolz "einen Haxen ausfreut“ und im Blitzlichtgewitter seine Ehefrau herzt, kündigt sich die Exekutive an.

Vergangenen Sonntag, als die Spitzenkandidaten diese lähmenden TV-Konfrontationen abgespult hatten, leerten sich die innerstädtischen Partyzelte der etablierten Parteien peinlich schnell. Rote kauten lustlos auf ihren Funktionärswürsteln herum, Schwarze stocherten im Paprikahendl. Im Museumsquartier löffelten schockierte Grüne in einer viel zu großen Halle ihr Biokichererbsencurry.

Die echte Wahlparty stieg ein paar Gassen weiter im Dachgeschoß, das die Neos in ihrem Marketingsprech "Neosphäre“ nennen. Die Bässe wummerten, adrette Bürgerstöchter drängten sich unter pinken Ballons, das Glas Prosecco in der perfekt manikürten Hand. Hier sind sie, die Sprösslinge der Döblinger und Hietzinger Regimenter,


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