Ein Botschafter unter Verdacht

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Ist der kolumbianische Botschafter für die Ermordung von tausenden unschuldigen Zivilisten verantwortlich? Renommierte deutsche Menschenrechtsexperten setzen Österreich unter Druck

Es ist eine grausame Geschichte, die dem österreichischen Außenminister Michael Spindelegger Mitte August von einer Gruppe renommierter Menschenrechtsexperten vorgelegt wurde. Sie handelt von kolumbianischen Kriegsverbrechen und verschwundenen Zivilisten. Und sie handelt von einem Mann, den das offizielle Österreich mit allen diplomatischen Ehren hofieren muss: den kolumbianischen Botschafter Freddy Padilla de León, einen ehemaligen Vier-Sterne-General aus Bogotá, der nun in der Stadiongasse residiert.

Man kann die grausame Geschichte mit der von Julián Orviedo beginnen. Der junge kolumbianische Bauarbeiter, verließ vor fünf Jahren seine in einem Slum lebende Familie, um Arbeit zu suchen. Er kam nie wieder zurück. Kolumbianische Soldaten hatten den Burschen unter einem Vorwand aus dem Slum gelockt, verschleppt,

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