15 Regalmeter für die Revolution

Politik | Rezension: Rudolf Walther | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Viele Schriften von Marx und Engels sind uneditiert. Ein Mammutprojekt soll das ändern. Nun ist ein neuer, fulminanter Briefband erschienen

MEGA2 ist kein Gag von Werbefritzen, sondern das Kürzel für die zweite Version der "Marx-Engels-Gesamtausgabe“, die 1972 in der DDR begonnen wurde und seit 1990 von der "Internationalen Marx-Engels-Stiftung“ fortgesetzt wird.

Die Berliner Akademie koordiniert und verantwortet die Editionsarbeit der in internationaler Kooperation erarbeiteten Bände. Begonnen hat das Editionsunternehmen in den 1920er-Jahren in der Sowjetunion. Der führende Kopf der ersten, auf 40 Bände geplanten MEGA war David Rjasanow (1870-1938). Unter seiner Leitung erschienen ab 1927 elf Bände.

Diese erste MEGA endete tragisch: Stalin befahl 1935 den Abbruch des Vorhabens, weil die radikalen Frühschriften von Marx nicht ins spießerhafte Korsett des "Marxismus-Leninismus“ passten. Der Diktator ließ Rjasanow verhaften und am 21. Jänner 1938 hinrichten. Andere Mitarbeiter


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