Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Eine schöne Geste: Wolf Suschitzky bekommt seine Bücher zurück

Politik | Lea Wieser | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

Die Forscherin Regina Zodl überreicht dem älteren Herrn zwei grüne, abgenutzt wirkende Bücher und sagt: "Was für ein Glücksfall!“ Bei dem Herrn handelt es sich um Wolf Suschitzky, den bekannten Kameramann und Filmemacher, der 1934 nach England emigrierte. Im beachtlichen Alter von 101 Jahren ist er nicht mehr ganz so flott auf den Beinen, die Bücher hält er trotzdem fest unter dem Arm. Sie wurden seiner Familie von den Nazis weggenommen.

Sein Vater hatte die erste sozialistische Buchhandlung Wiens betrieben, bis er 1938 enteignet wurde. Viele der Werke sind bis heute verschollen. Nun tauchten zwei Bücher bei Forschungsarbeiten der WU auf. Historikerin Zodl und ihre Kollegen setzten sich dafür ein, sie dem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben; vergangenen Freitag fand die Übergabe in einem Wiener Hotel statt. Damit hatte Suschitzky nach 75 Jahren nicht mehr gerechnet - und sagte: "Eine schöne Überraschung.“


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