Von hetzerisch bis rührselig: Das filmische Schaffen von Gustav Ucicky

Feuilleton | Michael Omasta | aus FALTER 40/13 vom 02.10.2013

:: Mit dem Kurbelkasten auf der Schulter sei er "von Front zu Front“ gezogen, erinnerte sich Gustav Ucicky an seine Anfänge beim Film. 1916 ließ er seine Grafikerlehre sausen und heuerte, kaum 17-jährig, bei der Filmstelle des Kriegspressequartiers an. Die harte Schule der Kriegswochenschau absolvierte Ucicky als Kameramann. In den 1920ern stand er bei Dutzenden österreichischer Filme hinter der Kamera, nicht zuletzt bei Michael Kertesz’ monumentalem "Sodom und Gomorrha“ (1922).

"Tingel-Tangel“ hieß der Film, mit dem Ucicky 1927 ins Regiefach wechselte. Noch im selben Jahr entstand "Café Elektric“ mit Willi Forst und Marlene Dietrich, eine Strizziballade aus der Wiener Vorstadt und möglicherweise seine einzige Regiearbeit von bleibendem Bestand. Die anbrechende Tonfilmära erlebt Ucicky in Berlin, wo er sich mit Historiendramen wie "Das Flötenkonzert von Sanssouci“ einen Namen macht. 1933 wird er Mitglied der SS und bringt "Morgenrot“ ins Kino, einen kriegshetzerischen


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